Posted in Allgemein, Business, Dienstleistungen, Servertechnik on 08/17/2011 08:06 pm by admin
Gestern war ein absolut verflixter Tag, wie er selten vorkommt. Der Tag hatte begonnen wie jeder andere Tag, dann aber gegen 10 Uhr der Anruf eines Servertechnikers, der mir mitteilte, dass eines der Versorgungskabel für die Serverräume beschädigt wurde. Ab diesen Moment, war unserm Rechenzentrum nur noch eingeschränkt möglich, externe Anfragen zu bearbeiten und zu beantworten. Sofort trommelte ich ein Team von Spezialisten zusammen, um ins Rechenzentrum zu gehen und den Schaden und die Netzwerkschränke zu begutachten.
Noch während ich die Leute zusammentelefonierte, bekam ich mit, wie sich schon die ersten Mitarbeiter und Kollegen über nicht mehr funktionierende Programme ärgerten, da diese nur innerhalb der normalerweise funktionierenden Netzwerkes arbeiten. Gegen 10:15 Uhr sind wir dann im Serverraum angekommen und konnten den Schaden begutachten. Der Auslöser waren Bauarbeiten an der Eingangstür in den Serverraum. Als diese Ausgetauscht werden sollte gegen eine sichere Stahltür, mussten neue Löscher in die Wand gebohrt werden. Bei den Bohrarbeiten ist dann ein Kabel, das in der Wand verläuft, beschädigt worden, was einen Kurzschluss ausgelöst hat. Dieser wiederum hat das Netzteil eines Netzwerkschrankes beschädigt, so dass dieser Netzwerkschrank komplett ausgefallen ist. Glück im Unglück war, das noch 30 Minuten vor diesem Vorfall eine Datensicherung durchgeführt wurde, so dass sich ein möglicher Datenverlust in Grenzen halten wird. Anders sieht es dagegen mit der Hardware selbst aus. Die erste Begutachtung ergab, dass durch eine Kettenreaktion nicht nur das Netzteil beschädigt wurde, sondern auch noch weitere Teile ausgetauscht werden mussten. Die arbeiten haben den ganzen Tag gedauert, bis alles Netzwerkschränke wieder einwandfrei funktioniert haben. Gerade an solchen Tagen merkt man wieder, wie abhängig wir von unseren Servern und Computer sind. Fallen die Server eines Unternehmen aus, dann ist beinahe das ganze Unternehmen handlungsunfähig – Aufträge können nicht mehr bearbeitet werden, die Produktion muss gestoppt werden und der insgesamt dadurch entstandene Schaden ist sehr hoch.
Posted in Servertechnik on 08/10/2011 06:24 pm by admin
PDU ist eine Abkürzung aus der Netzwerktechnik und bedeutet „Power Distribution Unit“, was auf Deutsch übersetzt so viel wie „Stromverteiler“ bedeutet. Dabei handelt es sich nicht um einen der bekannten Stromverteilersteckdosen aus dem Elektronikfachhandel – Eine PDU ist eine für die Netzwerktechnik entwickelter Verteiler, die in sogenannten Racks (Netzwerkschränke und Serverschränke) eingesetzt werden. Die Geräte und Komponenten in den Racks haben besondere Anforderungen, an die die PDU angepasst ist. Ein herkömmlicher Stromverteiler würde hier innerhalb kürzester Zeit versagen.
Eine PDU verteilt nicht nur den Strom innerhalb der Server- und Netzwerkschränken, sie ist auch Bestandteil des Sicherungskonzeptes eines Rechenzentrums. Sicherheit wird bei der Servertechnik sehr groß geschrieben, da ein Verlust von Daten zu immensen Schäden bis hin zum Bankrott einer Firma führen kann. Somit sind die heutigen Anforderungen an die PDUs sehr hoch. Sie wurden in der Vergangenheit immer komplexer und haben parallel auch mehr Aufgaben übernommen.
Grundsätzlich wird zwischen einer managebaren PDU (PDU – NPM) und einer nicht managebaren PDU unterschieden. Die nicht managebaren PDUs haben nur die grundsätzliche Aufgabe, den Strom innerhalb der Racks zu verteilen. Sie können mit unterschiedlichen Anschlusskabeln versehen werden wie zum Beispiel über den Schuko Stecker, C20 oder einen IEC60309 Stecker.
Auch die managebaren PDUs bieten diese Möglichkeiten und noch viel mehr. Diese sind nicht nur für die Stromverteilung innerhalb des Rack zuständig, sie übernehmen auch wichtige Aufgaben der Überwachung. Die managebaren PDUs werden auch als NPM PDU bezeichnet, dabei steht NPM für „Network Power Manager“. Diese verfügen über eine umfangreiche Sensorik, so dass verschiedene Parameter wie Temperatur, Luftfeuchte, Rauch, Wasser, aber auch Türkontakte überwacht und gemessen werden können. Auch der Strom und die Stromlast pro PDU und Einzelsteckplatz lassen sich messen und überwachen. Wenn bestimmte Werte nicht innerhalb des Solls liegen, verschickt die NPM PDU automatisch eine E-Mail, damit Techniker eventuelle Probleme sofort beseitigen können. Aufgrund dieser umfangreichen Funktionen übernehmen die managebaren PDU immer mehr die Aufgabe eines RMS (Rack Monitor System).